NÄCHTE DER PHILOSOPHIE 2026 IN WIEN: REGULA STAEMPFLI MIT “KRIEG, PORNO UND DIE STRATEGISCHE MACHT DER NARRATIVE.”

KRIEG, PORNO UND DIE STRATEGISCHE MACHT DER NARRATIVE

Nächte der Philosophie 2026
27.5., 19.00 Uhr, Das Dorf
Obere Viaduktgasse 2, 1030 Wien

Die Epstein-Files haben es wieder vor Augen geführt: Pornographie, sexuelle Gewalt, Menschenhandel und die Warenwerdung von Menschen sind kein Randphänomen, keine Klassenfrage, sondern eine neue Art von Kriegsführung gegen Kinder, Mädchen und Frauen. Pornographie und Krieg operieren seit über 150 Jahren mit Bildern, die emotionalisieren, entmenschlichen und damit Ideologien, Haltungen, Narrative transportieren. „Im Zeitalter der digitalen Reproduktion“ sind die ikonografischen und philosophischen Bilderrevolutionen algorithmisch verstärkt. Es verschränken sich Narrative und Politik: Der Körper wird zur Ware, das Schlachtfeld zum Content, Gewalt zur ästhetischen Oberfläche. Künstliche Intelligenz, Plattformen wie Grok, Gemini, ChatGPT beschleunigen diesen Prozess und produzieren Informationen, die auf Deepfakes, KI-generierten Bildern, basierend auf codierten pornographischen Menschenbildern bauen und Krieg inszenieren, lange bevor die Fakten überprüft sind.

Die Politphilosophin analysiert Pornokratie, Krieg, Menschenbildern und den entsprechenden zeitgeschichtlichen Narrativen. Es ist eine Triggerwarnung angebracht: Es werden Inhalte von Gewalt, Sexualität und propagandistischer Sprache als Beispiele verhandelt. Podcaster: www.regulastaempfli.eu

#HannahArendtLectures by laStaempfli 2026. Informationen zur HSG, Universität St. Gallen und wie es mit den Hannah Arendt Lectures weitergeht.

#HannahArendtLectures by Regula Staempfli an der HSG, Universität St. Gallen 2024.
#HannahArendtLectures by Regula Staempfli an der HSG, Universität St. Gallen 2024.

Information zur Hannah Arendt Lectures by Regula Staempfli, Universität St. Gallen, HSG. Die Leitung der öffentlich-rechtlichen Vorlesung ist in Rente gegangen und die Nachfolge von Prof. Dr. Dieter Thomä, die neue Professorin Abt, wollte explizit die von laStaempfli initiierten und durchgeführten #HannahArendtLectures nicht mehr weiterführen. Die #HannahArendtLectures werden in den nächsten Monaten als Buch bestellbar sein. 12.4.2026

Die von der Politphilosophin PD Dr. Regula Stämpfli initiierten und geleiteten #HannahArendtLectures an der Universität St. Gallen (HSG) finden seit 2018 statt und sind als öffentliche Vorlesungsreihe konzipiert. Im Zeitraum 2018–2024 (bzw. bis 2025 geplant) widmet sich Stämpfli intensiv der Verbindung von Arendts politischer Philosophie mit den Herausforderungen der digitalen Moderne. Aufgrund der neuen personellen Aufstellung an der HSG wurden ausgerechnet die sehr beliebten #HannahArendtLectures von Regula Staempfli nicht weitergeführt. Hier ein Beispiel, wie die Hannah Arendt Lectures an der HSG 2024 ausgesehen haben:

Hannah Arendt Lectures HSG 2024

Die Vorlesungsreihe im Frühjahrssemester 2024 (FS/SS 2024) trug den Schwerpunkt: „Elemente und Ursprünge digitaler Totalitarismen“

  • Inhalt: Analyse des Zerfalls westlicher Demokratien, Kampf um Wahrheitsfindung, Einfluss von Social-Media-Plattformen (TikTok, Twitter/X, Facebook, etc.) auf die Politik, und Analysen zu „Media Wars“.
  • Themen: Die Vorlesungen behandeln Themen wie „Algorithmische Öffentlichkeit“ und die Infrastruktur der Sichtbarkeit.
  • Termine/Ort (Beispiele 2024):
    • 18.04.2024: „Codes, Terror und Kriege: Wie Algorithmen unsere Welt verändern“.
    • 02.05.2024: „Demokratisiert Euch! 12 goldene Regeln für die Demokratie hierzulande und weltweit“.
    • Zeit/Ort: Donnerstag, 18:15–19:45 Uhr, Universität St.Gallen, Raum A 09-110 (Bibliotheksgebäude).
  • Anmeldung/Ausschreibung: Die Vorlesungen sind öffentlich. Für das FS 2024 wurde ein Semesterpass für 20 Franken angeboten. Eine Einschreibung über das HSG-Veranstaltungsprogramm ist möglich. 

Kontext und Ausrichtung 2018–2024

  • Initiatorin: Regula Stämpfli (laStaempfli).
  • Fokus: Verknüpfung von Arendts Werken (insb. „Elemente und Ursprünge totalitärer Systeme“) mit aktuellen digitalen Entwicklungen.
  • Charakter: „Denken ohne Geländer“ – kritische Analysen von KI, Überwachung und Plattformlogiken. 

Hinweis: Da die Kurssuche der HSG oft semesterweise erfolgt, sollten aktuelle Ausschreibungen für kommende Semester direkt über das HSG-Vorlesungsverzeichnis oder die Website von Regula Stämpfli (regulastaempfli.eu) abgerufen werden.

Julia Onkens Buch über die weibliche Freiheit im Alter: “Grundlos vergnügt.” In der Die Weltwoche – Rezension von Regula Stämpfli, 26.9.2025.

Im Bild: Julia Onken: Grundlos vergnügt. Vom Ankommen und Loslassen – ein Leben in 12 Kapiteln. Cameo. 250 S., Fr. 25.90.

Hier die Rezension von Regula Stämpfli in der Die Weltwoche, siehe https://weltwoche.de/story/die-kunst-ohne-grund-vergnuegt-zu-sein/ Julia Onken hat mit “Grundlos vergnügt” eine Lebensbilanz vorgelegt, die leichtfüssig ist wie ein Sommerkleid, klug wie eine gelebte Bibliothek und ehrlich wie ein Schuhschrank, der sich partout nicht schliessen lässt. Wer Weltliteratur liebt und zugleich lachen will, der greife zu diesem Buch.

Was bedeutet es, im neunten Lebensjahrzehnt zurückzublicken? Für viele ist es ein Anlass zur Resignation, zur Nostalgie oder zur heroischen Selbststilisierung. Für Julia Onken ist es die Motivation zu einem Buch, das in seiner Mischung aus Humor, Offenheit und Lebensklugheit so gar nicht zum gängigen Altersdiskurs passt.Grundlos vergnügt. Vom Ankommen und Loslassen – ein Leben in zwölf Kapiteln ist kein Schwanengesang, sondern eine Lebensbilanz, die beschwingt geschmeidig bleibt. 

Onken gelingt, was grosse Essayisten der Weltliteratur immer wieder versucht haben: das eigene Leben mit der Welt zu verbinden, ohne dabei in Pathos zu verfallen. Ihre Haltung erinnert an Michel de Montaigne, der in seinen Essays das Altern mit Skepsis, aber auch mit Witz beschrieb. Sie erinnert an Rilke, der im Rückblick auf das Leben vom „Absprung“ sprach. Und sie übertrifft Simone de Beauvoirs düstere La Vieillesse, weil sie die Komik des Daseins nicht vergisst.

Schon das erste Kapitel, „Hausputz“, zeigt den Tonfall. Onken stapelt Gartenstühle, verzurrt Steintische, räumt Sommerutensilien weg. Doch es geht nicht nur ums Möbelrücken, sondern um den biographischen Hausputz: das Aufräumen im Archiv der Erinnerungen. Sie schreibt: „Es ist Zeit, sich an die Arbeit zu machen, um einst gesammelt im Absprung zu sein, denn bleiben ist nirgends.“ Dieser Satz hätte ebenso gut in die Duineser Elegien gepasst – nur dass Onken es nebenbei, ganz unaufgeregt formuliert.

Und sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um eigene Unzulänglichkeiten geht. Legendär ist das Kapitel über ihren Schuhschrank. „Die Abteilung Schuhe erwähne ich nicht im Einzelnen. Nur so viel: zu gross die Scham! Wie konnte es nur so weit kommen. Wenn mir aus dem im Entrée eingebauten Wandschrank ineinander gestapelte Sandaletten, Sling- und andere Pumps, Ballerinas, Sneakers sowie High Heels, die entweder nie oder nur kurz zum Einsatz kamen, entgegen grinsen, schütze ich mich vor einem Totalabsturz in die Abteilung vernichtender Selbstvorwürfe und werfe die Türe unverzüglich zu, als ob ich einen Insektenschwarm aussperren möchte.“ Wer so schreiben kann, lacht nicht nur über sich selbst, sondern befreit die Leserin und den Leser (wieviele Magazine stapeln sich neben Herren-Betten? Oder farbidentische Hemden?) gleich mit.

Onken zitiert unerschrocken grosse Namen – Goethe, Hebbel, Rilke, Freud – und behandelt sie nicht ehrfürchtig, sondern wie alte Bekannte. Besonders köstlich ihre Bemerkung über Freud: „Selbst Sigmund Freud räumte in einem Brief an Arnold Zweig freimütig ein: ‘Wer Biograph wird, verpflichtet sich zur Lüge, zur Verheimlichung, Heuchelei, Schönfärberei und selbst zur Verhehlung seines Unverständnisses, denn die biographische Wahrheit ist nicht zu haben, und wenn man sie hätte, wäre sie nicht zu gebrauchen.’“ Onken nimmt diese Warnung ernst – und macht deshalb das Gegenteil. Über gemachte Fehler schreibt sie: “Vielleicht gehört es einfach dazu, Fehlentscheide zu treffen und irgendeinem Phantom nachzujagen. Schliesslich beflügeln Visionen und Wünsche uns dazu, Kräfte zu mobilisieren und Energien freizusetzen, die sich sonst bereits in den Vorruhestand zurückgezogen hätten.“

Onkens Biographie bringt keine selbstverliebte Glättung, sondern ist eine lustige, poetische, ehrliche Collage. Onken reiht sich damit in eine klassische Tradition von berühmten Frauen:  Hedwig Dohm, Christa Wolf oder Louise Bourgeois haben im Alter ähnlich kompromisslos zurückgeblickt. Onken reiht sich in diese Linie ein und bringt dem deutschsprachigen Raum endlich die unverkennbar schweizerische Stimme: frei, humorvoll, direkt. 

Genau darin liegt der Charme: Onkens Buch ist ein lebenskluges Gespräch mit sich selbst – und mit uns. Die poetische Rebellin erlaubt sich mit ihren Skizzen zu ihrem Leben, ein leichtes Seinsgefühl des  “grundlos vergnügt zu sein.” Schon allein deshalb schenke ich es all meinen jungen Studierenden, die gar nicht mehr wissen, welche neue “Mental Health Issues” sie denn noch aneinander reihen sollen. 

Dieses Buch ist Weltliteratur im kleinen Format: Grundlos vergnügt ist klug wie eine gelebte Bibliothek, ehrlich wie ein offener Schuhschrank und heiter wie ein Segelschiff auf den letzten Seemeilen.

“Algorithmische Öffentlichkeit” – wie Demonstranten zu Datensätzen werden. Von Regula Stämpfli. 10. April 2027

#HannahArendtLectures Artikel und Bild Copyright © by Regula Stämpfli 2026 Bild (c) von Regula Staempfli KI-generiert, laStaempflis Denkmaschine, 2026. Wikipedia: Regula Staempfli leitete von 2018-2025 die Hannah Arendt Lectures an der HSG. Die Politphilosophin war ausserdem Intendantin am IFG Ulm, International Forum for Design. Ein Wikipedia-Troll korrigiert ständig die Einträge von laStaempfli zwecks Misogynie. Es handelt sich dabei um einen sehr prominenten Schweizer Journalisten by the way. Ausserdem fehlt das neuste Buch von Regula Stämpfli: “Trumpism. The Algorithmic Age.” Doch nun zum Artikel:

“Es ist ein Bild unserer Zeit: Nicht die Wirklichkeit, in unserem Beispiel hier, die Barrikade, entscheidet über politische Wirksamkeit, sondern das Bild der Barrikade. Nicht der Protest selbst erzeugt Öffentlichkeit, sondern seine algorithmische Verwertbarkeit. Hier ein aktuelles Beispiel: Nach den Ausschreitungen an der unbewilligten Pro-Palästina-Demo vom Oktober 2025 veröffentlicht die Berner Kantonspolizei im März 2026 unverdeckte Bilder, weil sie 31 gewalttätige Täter identifizieren will. Weitere 101 vermummte mutmassliche Täter und Täterinnen wurden schon durch den Öffentlichkeitsaufruf identifiziert. Während die staatlichen Stellen gewisse Datensätze aufgrund geltender Rechtsgrundlagen und zu Recht, NICHT verwenden konnten, taten dies Private.

Und genau deshalb ist die Entscheidung der Berner Polizei, unverpixelte Bilder von Demonstranten zu veröffentlichen, mehr als eine polizeiliche Massnahme. Sie ist ein Symptom unserer Zeit. Sie zeigt, wie sehr wir bereits in einer algorithmischen Öffentlichkeit leben, in der Menschen nicht mehr zuerst Bürger sind, sondern visuelle Datensätze – ein Thema, dass ich im Hinblick auf die Demokratie schon längst diskutiert habe.

Demonstrationen sind Bildmaterial. Teilnehmende sind Identifizierungsmerkmale. Politische Konflikte sind Narrative und Datenpakete. Die Veröffentlichung der Bilder ist deshalb nicht einfach ein Akt der Strafverfolgung. Sie ist ein Moment, in dem sich die Logik unserer Gegenwart offenbart: Politik wird zum Bildereignis, Strafverfolgung wird zur Öffentlichkeitsstrategie, und die Gesellschaft wird zum digitalen Fahndungsraum.

Dabei zeigt sich eine interessante Dialektik: Die gleichen Milieus, die jahrelang die totale Sichtbarkeit gefordert haben, die Transparenz, die Dokumentation, die moralische Überwachung, die Cancel Culture, die öffentliche Anklage – sie sind nun selbst Teil genau dieser Sichtbarkeitsmaschine geworden. Wer jahrelang den digitalen Pranger normalisiert, darf sich nicht wundern, wenn er selbst einmal darauf landet. Das ist keine moralische Feststellung. Es ist eine strukturelle. Denn die algorithmische Öffentlichkeit kennt keine Freundschaften. Sie kennt nur Muster.

Das eigentlich Interessante an diesen Bildern ist deshalb nicht, wer darauf zu sehen ist. Sondern wie sie funktionieren. Sie zeigen eine neue Form politischer Ästhetik. Man erkennt sofort die visuelle Grammatik der Gegenwart: Keffiyeh als globaler Protestcode, schwarze Kleidung als urbanes Widerstandszeichen, Kapuzen als Symbol der anonymisierten Aktivität. Diese Bilder sind nicht zufällig. Sie sind Teil einer globalisierten Bildsprache des Protests.

Protest ist heute nicht Handlung. Protest ist Design. Protest ist ein Datenpaket.

Das wäre an sich nicht neu. Schon die Französische Revolution hatte ihre Symbole, ihre Kokarden, ihre Farben. Aber der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit und in der totalen Reproduzierbarkeit. Heute wird jedes Symbol sofort Teil eines globalen Bilderstroms. Jede Demonstration ist gleichzeitig Content und Datenpaket. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem. Denn wer Content produziert, wird selbst zum Content.

Die Demonstranten wissen das. Die Polizei weiss das. Die Medien wissen das. Und trotzdem tun alle so, als würden sie noch in einer klassischen Öffentlichkeit handeln. Dabei ist diese längst verschwunden. An ihre Stelle ist ein Raum getreten, den ich „algorithmischen Öffentlichkeitsautomatismus“ nenne: ein Raum, in dem Sichtbarkeit nicht durch Argumente entsteht, sondern durch Bildlogiken, in dem Aufmerksamkeit nicht durch politische Inhalte entsteht, sondern durch visuelle Codierung.

Die Berner Polizei handelt deshalb nicht nur als Strafverfolgungsbehörde. Sie handelt als Akteur in dieser Bildökonomie. Sie nutzt dieselbe Logik wie soziale Medien: Sichtbarkeit erzeugt Reaktion. Veröffentlichung erzeugt Information. Öffentlichkeit erzeugt Daten. Man kann das kritisieren. Man kann es verteidigen. Aber man kann nicht mehr so tun, als wäre es nicht Realität. Denn die entscheidende Veränderung unserer Zeit ist nicht politisch. Sie ist epistemisch und algorithmisch. Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der Wirklichkeit zuerst erfahren wird. Wir leben in einer Welt, in der Wirklichkeit zuerst gesehen wird. Wer gesehen wird, existiert. Wer nicht gesehen wird, verschwindet. Digitalisierung gibt einerseits Sichtbarkeit, andererseits vernichtet sie die reale Welt, indem sie sie neu beschriftet.

Das ist die eigentliche Machtverschiebung unserer Zeit.

Hannah Arendt hat einmal beschrieben, dass Politik dort entsteht, wo Menschen einander erscheinen. Was sie nicht wissen konnte: dass dieses Erscheinen einmal durch Plattformlogiken vermittelt werden würde, durch Kameras, durch Uploads, durch Gesichtserkennung, durch Datenbanken. Das Problem ist deshalb nicht die Polizei. Das Problem ist die Infrastruktur der Sichtbarkeit.Denn diese Infrastruktur verändert alles. Sie verändert, wie Protest organisiert wird. Sie verändert, wie Gewalt dokumentiert wird. Sie verändert, wie Schuld zugeschrieben wird. Sie verändert, wie Öffentlichkeit funktioniert. Die wirkliche Frage lautet deshalb nicht: Darf die Polizei das? Die wirkliche Frage lautet: Können wir noch zwischen Rechtstaat und digital konstruierter Sichtbarkeit, d.h. Codierung, Fiktion, Narrativ, unterscheiden?

Die algorithmische Öffentlichkeit kennt keine Unschuld. Sie kennt nur Mustererkennung.”

SRF hat nachgezogen: KI-Tools für die Polizei? Mit männlichen Experten natürlich. Algorithmen sind bei SRF Männersache oder dürfen nur von Nicht-Schweizerinnen beantwortet werden…. Ironiedetektor gewünscht, hier der Link: https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/bald-ki-tools-fuer-schweizer-polizei?urn=urn:srf:video:48e5ef5f-1824-418d-a981-6259e3c41d48

Regula Stämpflis Serienkritik Disney+ : Der letzte Prinz von Amerika. Geschichte im Zeitalter codierter Narrative. Was, wenn es Femizid war? Die Weltwoche, 26. März 2026.

Die neue Serie auf Disney + “Love Story” über JFK Junior und Carolyn Bessette ist Suchtmaterial, nicht weil sie spannend ist, sondern die Protagonisten so wunderschön. laStaempfli empfiehlt die Serie auch unter dem Aspekt, dass JFK Jr. ein klassisches “Familiendrama”, sprich ein Femizid. JFK Jr. flog Carolyn Bessette und ihre Schwestern Lauren sowie sich selber in den Tod. Dem Unfall vorangegangen war eine äusserst schwierige dysfunktionale Beziehung und die Karriere von JFK Jr., die, sagen wir es mal vorsichtig, nicht optimal lief. Food for thought – hier eine Empfehlung von laStaempfli, die ihre Serien-Besprechung mit dem Satz endet: “Eine Love Story, die es verdient so genannt zu werden, was sie auch ist: Die Mystifizierung eines destruktiven männlichen Versagens mit tödlichem Ausgang.

https://regulastaempfli.eu/wp-content/uploads/2026/04/aufschalten-letzter-prinz-von-amerika.pdf

Sie war umwerfend schön, still und stirbt in einem Unfall, so wird es überliefert. Er war ein moderner Held, zerrissen, komplex. Was genau war das Paar, dessen Macht und Mythos bis heute beschäftigt? Disney + gibt eine gleichzeitig versöhnliche und verstörende Antwort.  Seit Orpheus wissen wir: Männer können Frauen nicht retten. Zwar steigt der tragische Held in die Unterwelt, um seine geliebte Eurydike aus dem Hades zu holen, aber am Ende verliert er sie, weil er sich umdreht. Typisch Mann würden wir sagen; Kontrollsucht und Ungeduld zerstören Leben. Sie stirbt, er aber lebt bis heute als Künstlermythos weiter. Der Ursprung aller Liebesmythen ist nie eine Geschichte von Gleichheit. Sondern ein Drama über Besitz Eskalation, verführerische Romantik.”

Jurist Emrah Erken und Historikerin Regula Stämpfli über die öffentlich-rechtlichen Medien am Beispiel der SRG und der Abstimmung vom 8. März 2026. Es geht um die Liebe zum öffentlichen Rundfunk und der grossen Sorge um seine Zukunft.

Hier direkt zur Audiofile des Gespräches, das nach dem 8. März via Zoom stattgefunden hat.

Emrah Erken und Regula Stämpfli im Gespräch. Mäerz 2026
Emrah Erken und Regula Stämpfli im Gespräch. Mäerz 2026

Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula Stämpfli im Gespräch über die SRG und die Abstimmung vom 8. März 2026

Die Abstimmung vom 8. März 2026 über die Zukunft der SRG war mehr als eine medienpolitische Entscheidung. Sie war auch ein Signal der Bevölkerung: Der öffentliche Rundfunk soll bleiben. Und zwar deutlich. Die Initiative wurde mit grossem Mehr verworfen – sehr zur Freude vieler internationaler Beobachter, etwa bei ARD, ZDF oder ORF, die das Resultat als klares Bekenntnis zur öffentlich-rechtlichen Medienordnung interpretierten. Auch wir, Jurist Emrah Erken und Politphilosophin Regula Stämpfli, gehören zu jenen, die sich klar zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekennen. Nicht aus Nostalgie, sondern aus demokratischer Überzeugung. Eine Demokratie braucht Institutionen, die nicht allein von Marktlogiken, Klickzahlen oder Plattformalgorithmen gesteuert werden. Sie braucht Medien, die Wirklichkeit abbilden, einordnen und Verantwortung übernehmen. Gerade deshalb erfüllt uns die aktuelle Entwicklung mit Sorge. Denn parallel zu diesem klaren Volksentscheid beobachten wir eine zunehmende ideologische Verengung in Teilen des öffentlich-rechtlichen Diskurses. Polarisierung, wie wir sie aus den sozialen Medien kennen, scheint zunehmend auch die klassischen Institutionen zu erfassen. Die Stärke des öffentlichen Rundfunks war jedoch immer seine Fähigkeit zur Differenzierung, zur Ambivalenz und zur Darstellung widersprüchlicher Perspektiven. Diese Stärke droht verloren zu gehen. Im Vorfeld der Abstimmung haben wir uns deshalb bewusst für eine kritische Diskussion eingesetzt – nicht gegen die SRG, sondern für sie. Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk darf nicht automatisch als Angriff verstanden werden. Im Gegenteil: Gerade wer diese Institution erhalten will, muss Fehlentwicklungen benennen dürfen. Besonders deutlich zeigen sich diese Spannungen in der Berichterstattung zu hoch emotionalisierten Themenfeldern wie dem Nahostkonflikt oder aktuellen identitätspolitischen Debatten. Hier versagt die SRG erschreckend: Antisemitische Narrative paaren sich mit Klimaaktivismus und einer ideologischen Hetzkampagne gegen jüdische Institutionen, Künstlerinnen und Künstler, gegen das Existenzrecht Israels. Gleichzeitig werden Sprechaktpolitiken der Transaktivisten ohne Gegenpositionen mit einer Gewalt gegen die klassischen Feministinnen gepuscht, die eine unschweizerische Cancel-Unkultur hervorgebracht haben. Eine solche Entwicklung widerspricht jedoch dem eigentlichen Auftrag öffentlich-rechtlicher Medien: der möglichst umfassenden Darstellung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Öffentlich-rechtlicher Journalismus darf weder Aktivismus noch Gegenaktivismus sein. Er muss Urteilskraft, Qualitätsjournalismus und das Schaffen gemeinsamer Wirklichkeiten ermöglichen.

Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung wäre es die historische Aufgabe von Institutionen wie der SRG, Räume der Differenzierung offen zu halten. Nicht jede gesellschaftliche Kontroverse muss in Freund-Feind-Logiken übersetzt werden. Demokratie lebt gerade davon, dass komplexe Fragen komplex bleiben dürfen. Unsere Kritik ist deshalb Ausdruck einer grundsätzlichen Loyalität. Wir kritisieren nicht, weil wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ablehnen, sondern weil wir ihn für unverzichtbar halten. Die Alternative wäre ein vollständig plattformgetriebener Informationsraum, in dem Aufmerksamkeit wichtiger wird als Einordnung und Emotion wichtiger als Analyse.

Die SRG steht heute vor einer paradoxen Situation: Sie wurde politisch bestätigt, muss sich aber gleichzeitig journalistisch neu bewähren. Das Vertrauen der Bevölkerung ist ein Auftrag, kein Freipass. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung der kommenden Jahre: den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder stärker als Ort der intellektuellen Offenheit zu verstehen – nicht als Resonanzraum gesellschaftlicher Lager. Denn wenn öffentlich-rechtliche Medien ihre besondere Rolle verlieren, verlieren nicht nur sie ihre Legitimation. Die Demokratie verliert einen ihrer wichtigsten Orte der gemeinsamen Wirklichkeit.

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.” Von Regula Stämpfli

Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.
Wie Bürokratie und Moral den neuen Antisemitismus definieren. Diesmal am Beispiel des Kunstbetriebes.

In den Medien machte der Antisemitismus der Elite an der Universität Zürich, an der ETH, an der ZHdK massenhaft Schlagzeilen. Wie kommt es, dass eine antisemitische Minderheit, die seit zwanzig Jahren Minderheit blieb, plötzlich in der Mitte angekommen ist? Hier ein Kurz-Essay von Regula Stämpfli, laStaempfli am 7.4.2026.

„Trumpismus mit Diversitätsleitfaden – Wie Moral die Kreativität im Kunstbetrieb abgelöst hat.”

Es gibt einen Trumpismus, über den fast niemand spricht. Nicht den politischen. Nicht den medialen. Sondern den stillen, hartnäckigen Trumpismus des Kultur- und Wissenschaftsbetriebs. Er funktioniert nach denselben Regeln: Polarisierung statt Urteilskraft. Zugehörigkeit statt Argument. Moral statt Kompetenz. Auch hier begann alles harmlos – mit dem Versprechen von Reform; Beispiel Toni-Areal und ZHdK. Als die Zürcher Kunst- und Designhochschulen, „Zürcher Hochschule der Künste ZHdK  2014 ins Toni-Areal zogen, wurde das als großer Fortschritt gefeiert: Ende der Zersplitterung, Ende der provinziellen Enge, endlich internationale Sichtbarkeit und effiziente Strukturen. Auf dem Papier klang es vernünftig. In Wirklichkeit kam dies einer stillen Zäsur gleich. Aus einer Landschaft eigenwilliger Institute inklusive deren Leiterinnen, wurde ein zentralisiertes System. Aus Persönlichkeiten wurden Strukturen. Und wo Strukturen herrschen, gewinnen nicht mehr die originellsten Köpfe, sondern die kompatibelsten.

Das ist kein Zürcher Sonderfall. Das ist der Bologna-Effekt in Reinform: Bildung wird vergleichbar, messbar, verwaltbar. Und alles, was verwaltet wird, beginnt früher oder später, sich wie Verwaltung zu benehmen.So entstand im Kulturbetrieb eine neue Karrierelogik. Nicht mehr ästhetisches oder intellektuelles Risiko führt nach oben, sondern diskursive Sicherheit. Wer die richtigen Begriffe beherrscht, die passenden moralischen Signale setzt und die aktuellen Förderformeln kennt, kommt weiter als jemand, der tatsächlich etwas Neues wagt. Das Ergebnis ist paradox: Noch nie wurde so viel von „Innovation“ und „Kreativität“ gesprochen. Und noch selten war so wenig davon zu spüren. Stattdessen sehen wir stromlinienförmige Lebensläufe, perfekt kalibrierte Anträge und makellose moralische Selbstverortungen. Die neue Elite ist nicht mehr avantgardistisch. Sie ist administrativ brillant. Ihr neues Glaubensbekenntnis heisst D.E.I. – Diversity, Equity, Inclusion oder auf schweizerisch, siehe „Diversitätsleitfaden“ der SRG, Gleichstellung, queer, migrantisch. So wird aus Anträgen standardisierte Gebete; dieselben Phrasen, dieselben Referenzen, dieselben Signifikanten. Kritik ist rhetorisch, falls echt, sofort Grund zum Ausschluss. Diese Cancel-Culture ist Gewaltmonopol der mächtigen öffentlichen Institutionen, die Diversitätsleitfäden vorgeben. Hier schliesst sich der Kreis zum „Trumpismus; diesem Funktionsmodus, diesem ideologischen Lagerdenken ohne Komplexität. Entweder bist Du auf der richtigen Seite oder Teil des Problems. Narrative definieren Realität. Die milieukonforme Einseitigkeit, gepaart mit beliebten Juden- und Frauenhass, wird heute mit Kunst-Preisen überschüttet. Hannah Arendt hat einmal gewarnt, die größte Gefahr für das Denken sei nicht einfach der Fanatismus, sondern die automatisierte Sprechakte & Funktionsweisen.

„Alma.“ Ein Gedicht an eine Stadt: Triest. Ein Roman über die Sprachlosigkeit des Krieges in höchster Poesie. Das Gespräch zwischen laStaempfli und Federica Manzon über ihren italienischen Bestseller „Alma“ – ein Roman, der ganz frisch im Pfaueninsel Verlag erschienen ist. Podcast auf ART IS A PIECE OF CAKE von Regula Staempfli.

„Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alma in ihre Heimatstadt Triest zurück. Hier begegnet sie ihrer Jugendliebe Vili wieder, der ihr nun das väterliche Erbe übergeben soll. Zwischen den Erinnerungen an die Habsburger Kaffeehäuser ihrer Großeltern, an endlose Kindheitssommer und die Straße gen Osten, auf der ihr Vater einst immer wieder verschwand, wird Alma mit Fragen nach Herkunft, Liebe und Identität konfrontiert.“ Die italienische Schriftstellerin Federica Manzon gehört zu den interessantesten Stimmen der zeitgenössischen europäischen Literatur. Geboren in Trieste, jener Stadt zwischen Italien, Mitteleuropa und Balkan, ist ihr Schreiben stark geprägt von Grenzräumen, Erinnerung und der Frage nach Herkunft und Identität.

Federica Manzon arbeitete viele Jahre im literarischen Betrieb, unter anderem als Lektorin beim Verlag Guanda und als Dozentin an der von Alessandro Baricco gegründeten Scuola Holden in Turin. Diese doppelte Perspektive – als Autorin und als leidenschaftliche Vermittlerin von Literatur – prägt auch ihr Werk. Podcast von laStaempfli ART IS A PIECE OF CAKE – überall, wo es Podcasts gibt und auf www.artisapieceofcake.art, die Folge mit Federica Manzon hier https://artisapieceofcake.art/2026/03/11/alma-ein-gedicht-an-eine-stadt-triest-ein-roman-ueber-die-sprachlosigkeit-des-krieges-in-hoechster-poesie-das-gespraech-zwischen-lastaempfli-und-federica-manzon-ueber-ihren-italienischen-bests/

Die Podcastin vom 24. März 2026: Isabel Rohner und Regula Stämpfli im sprechenden Denken über den Fall Collien Fernandes, die hohen SPD und FDP-Verluste bei Wahlen und was dies mit dem Selbstbestimmungsgesetz zu tun haben könnte und wie die Radikalisierung an den Rändern zu beurteilen ist und wie immer: Was die Medien nie berichten – in “Die Podcastin” hören Sie es.

Hier das Bild zum hervorragenden Interview über Islamofaschismus, der auch in der aktuellen Folge besprochen wird, vor allem von laStaempfli, die neu auch für den Begriff “Islamo-Gauchismus” plädiert, weil die Kombination von linken Ideologien, die sich mit den Islamisten zusammentun, in Europa so erfolgreich ist und in N.Y. mit Zohran Mamdani sogar die Wahlen gewonnen hat. In New York, der Stadt, in welcher nach israelischen Städten, die meisten Juden und Jüdinnen leben, wird von einem postkolonialen Islamogauchisten geführt und gilt dem breiten Publikum in Deutschland als “Hoffnungsträger” der Demokratischen Partei in den USA. Die “Libanisierung” der westlichen Parteien wird nicht erkannt – so lange bis es wohl zu spät ist.

Die Podcastin vom 24. März 2026. isabel Rohner und Regula Stämpfli im sprechenden Denken.
laStaempfli & Rohnerin in mena-watch interview

Die Podcastin: Isabel Rohner und Regula Staempfli ueber Hass als politisches Gefuehl, Wahlen und Jugend und weshalb der Iran-Krieg ein Erfolg ist. Ah, und ganz zu Beginn eine heftige Diskussion über Zivilisation. Und statt einem Zitat gibt es einen schrecklichen Erfahrungsbericht und im Anschluss eine starke Diskussion eben über Gefühle als Politik und wie sehr der Frauenhass in den letzten Jahren medial und durch miese Politik geschürt wurde. Und ja: laStaempfli mit bösen Beobachtungen zu ihrer ehemaligen Lieblingsstadt Berlin. 

Isabel Rohner analysiert die Wahlen Rheinland-Pfalz wie immer brillant – unbedingt hören.

laStaempfli drängt darauf, ihre Gründe, weshalb der Iran-Krieg ein Erfolg ist und wie die westlichen Medien unsere existierenden Demokratien gefährden, anzubringen. Hört rein: laStaempfli wird dazu sicher in einer Woche oder zehn Tage Artikel dazu publizieren. Veröffentlicht hat laStaempfli zudem einen sehr spannenden Artikel über einen möglichen Femizid, der aber nicht als solcher benannt wird: Es geht um JFK JR und Carolyn Besset in der neuen Disney+ Serie.

Nachhören: Überall wo es Podcasts gibt oder auf www.diepodcastin.de Homepage mit allen Sendungen oder direkt: https://diepodcastin.de/2026/03/24/die-podcastin-isabel-rohner-und-regula-staempfli-ueber-hass-als-politisches-gefuehl-anstand-zivilisation-wahlen-und-jugend-und-weshalb-der-iran-krieg-ein-erfolg-ist-collien-fernandes-und-ngos/

Regula Staempfli Medienkritik: Schlagende Zeilen. Diesmal Markus Lanz/Richard David Precht, Podcast vom 6. März 2026. Wie durch Schweigespirale und Framing in öffentlich-rechtlichen Institutionen unsere westlichen Demokratien zersetzt werden.

Podcast Lanz/Precht und die Zersetzung unserer öffentlicher Institutionen.

Im Podcast vom 6.3.26 bezeichnen Herr Precht & Herr Lanz den Iran-Krieg als Ablenkungsmanöver. Amerika soll, so Precht, der eigenen Angaben nach nicht wirklich englisch spricht, also nie Originalquellen konsultiert, nur in den Krieg gegangen sein wegen den Ölreserven und wegen Donald Trump, der keine Unterstützung mehr hat.Israel, so Lanz, benutze den Krieg nur um ein “Grossisrael” zu errichten. Antisemitische Verschwörung pur.Zwei Männer, die sich für intellektuell halten, sprechen über Israel, als wäre es ein soziologisches Experiment.Kein Wort über die Realität des 7. Oktober 2023 als antisemitisches Pogrom.Kein Wort über die islamofaschistischen Terrorangriffe und ständigen Raketenbeschuss gegen das Land, das kleiner ist als die Schweiz.Kein einziger Tatsachenbericht über die existenzielle Lage eines Landes, das seit seiner Gründung um sein Überleben kämpfen muss, jeden Krieg gewinnt und dann doch nicht Kriegsgewinner werden darf.Lanz/Precht erklären den Deutschen als Deutsche “mit besonderer Mission” die Juden und Jüdinnen, den Staat Israel. Sie belehren die Juden und Jüdinnen, den Staat Israel, sie messen ihn, sie moralisieren ihn.
Es ist diese Mischung aus Halbwissen, Selbstgewissheit und historischer Amnesie, die Hannah Arendt als Verlust der Urteilskraft und totalitärer Weltabgewandtheit beschrieben hätte. Wer Israel aus der bequemen „Kemenate“-Podcast-Distanz beurteilt, ohne sich mit historischen Tatsachen, mit der Realität des Nahen Ostens und mit den realen Menschen, die in Israel leben, darunter übrigens über 2 Millionen Araber, auseinanderzusetzen, betreibt keine Aufklärung. Er verbreitet totalitäres Denken. „Den modernen Ideologen geht es immer darum, einen permanenten Sieg auf Kosten der Wirklichkeit selbst zu erringen. Die einen, könnte man sagen, zerstörten die Würde des menschlichen Denkens währen die anderen versuchen, die Würde des handelnden Menschen und seine geschichtliche Realität zu vernichten.“

Lanz/Precht gehören zu den tonangebenden Meinungsmachern: Ihr Podcast hat Millionen Hörerinnen und Hörer. Ähnlich wie Megyn Kelly, Tucker Carlson und Candice Owens in den von ihnen so verachteten USA, hetzen sie mit ihrem Talk wöchentlich gegen die unfähigen Politiker im Westen, allen voran Donald Trump. Die ZDF-Stars tragen mit ihrer Omnipräsenz zum riesigen Politikverlust und Misstrauen gegenüber unseren demokratischen Institutionen bei. So gehen Demokratien – siehe mein “Algorithmic Age.”Precht/Lanz werden in die Geschichte eingehen als führende Meinungsmacher, die den westlichen Demokratien erheblichen Schaden zugefügt haben.Sie tun es mit Framing und dröhnenden Schweigen gegenüber der islamofaschistischen Eroberungsstrategien bspw. durch den Iran, gegenüber der “staatskapitalistischen Umarmung” der gesamten Welt durch die VR China etc.. Lanz/Precht haben dieses dröhnende Schweigen zur Medien-Kunstform entwickelt. Dies muss endlich ein Ende haben.